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Gesunde Städte statt mehr Kliniken

Auf dem Hauptstadtkongress 2026 haben Prof. Dr. Detlev Ganten, Pharmakologe und ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Charité, sowie Henning Wehmeyer, Geschäftsführer der EXPO 2035 GmbH, für ein ganzheitliches Verständnis von Stadtgesundheit geworben. Anlass war die bevorstehende gemeinsame Publikation „Health in the City" der Medizinisch Wissenschaftlichen Verlagsgesellschaft (MWV), in der die Autoren ihre „Holistic Vision for Sustainable Urban Health" beschreiben.

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Ganten erläuterte, gesunde Städte zeigten sich nicht an der Zahl von Ärzt:innen oder Krankenhäusern, sondern an Schulen, Parks, Wasser, Natur und kulturellen Einrichtungen – Faktoren, die junge Menschen am stärksten prägen. Da europäische Städte historisch über Industrie statt über Gesundheit gewachsen seien, lebten Menschen in grünen, verkehrsberuhigten Stadtteilen biszu zehn Jahre länger als in stark industriell geprägten Gegenden. Als Vorbildnannte er Singapur, das sich in den vergangenen Jahrzehnten von einer wenig gesunden Stadt zu einem Ort mit hoher Lebensqualität entwickelt habe.

Wehmeyer, der mit der EXPO 2035 GmbH eine Weltausstellungnach Berlin und Brandenburg holen will, verwies auf die gesellschaftliche Dimension von Gesundheit: Angesichts von über 70 Prozent der Weltbevölkerung, die ab 2050 in Städten leben werde, brauche es frühzeitige Beteiligung der Zivilgesellschaft. Eine Weltausstellung – 175 Jahre nach der ersten Expo in London – könne als Treiber für Transformation und Teilhabe wirken, unabhängig von einer bereits gefallenen politischen Entscheidung; die nationale Bewerbungsoll 2027/2028 entschieden werden.

Auf die Frage, welche eine Maßnahme sie als Bürgermeister sofort umsetzen würden, plädierten beide für mehr Selbstwirksamkeit der Bürger:innen statt zusätzlicher Kliniken: Ganten würde die Zivilgesellschaftdirekt einbinden, Wehmeyer ergänzte den Leitgedanken „Wertschätzung ist Zukunft" als Ergänzung zu „Wissen ist Zukunft".



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