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Wissensmanagagement im Gesundheitswesen

Fachkräftemangel, Renteneintritte und die Frage, wie Erfahrungswissen nicht mit den Kolleginnen und Kollegen verschwindet: Im Interview auf dem Hauptstadtkongress 2026 erklärt Adrian Thiessen, Geschäftsführer von Relias und Herausgeber des Buches "Wissensmanagementim Gesundheitswesen", warum das Thema jetzt strategisch entscheidend wird.

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Immer weniger Fachkräfte versorgen immer mehr Patientinnen und Patienten bei wachsender Komplexität – für Adrian Thiessen der zentrale Treiber, warum Wissensmanagement im Gesundheitswesen an Bedeutung gewinnt. Vorhandenes Wissen müsse besser verfügbar, teilbar und anwendbar werden, soThiessen im Gespräch mit der MWV. Eine bevorstehende Renteneintrittswelle erfahrener Mitarbeitender verschärfe den Personaldruck zusätzlich.

Thiessen unterscheidet zwischen explizitem Wissen – etwa Compliance-Schulungen oder Expertenstandards – und implizitem Wissen, das nur in den Köpfen einzelner Mitarbeitender existiert. Gerade Letzteres sei kritisch für die Versorgungsqualität, werde aber oft nur zufällig weitergegeben. Als Beispiel nennt er hierarchische Abläufe im Wundmanagement, wo Pflegekräfte trotz größerer Erfahrung formal auf ärztliche Freigabe warten müssen – ein Effizienzverlust, der sich stark aufsummiert.

Große Chancen sieht Thiessen in Künstlicher Intelligenz: KI-gestützte Wissenstransfer-Interviews helfen, implizites Erfahrungswissen ausscheidender Mitarbeitender zu strukturieren und verfügbar zu machen. Zudem könne KI-Wissen direkt an den Point of Care bringen, etwa am Patientenbett in Echtzeit.

Eine zentrale Herausforderung bleibt laut Thiessen die fehlende Verbindung zwischen Abteilungen: Wissensmanagement liege oft unklar zwischen Personal, IT und Qualitätsmanagement verteilt. Interdisziplinäre Teams und mehr Kommunikation über Silos hinweg führten nachweislich zu besserer Versorgung. Mit Relias verbindet Thiessen Bildung, Kompetenz- und Wissensmanagement systematisch mit den Kernprozessen der Gesundheitseinrichtungen.


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