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Hebel für die Prävention

Prävention, Fachkräftemangel und die Finanznot der Krankenkassen: Im Interview auf dem Hauptstadtkongress 2026 erklärt Anne-Kathrin Klemm, Vorständin im BKK-Dachverband, warum gesunde Erwerbsbiografien früher ansetzen müssen – und was sich jetzt politisch ändern muss.

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Als Herausgeberin des BKK-Gesundheitsreports 2025 zum Thema "Vielfalt und gesunde Arbeit" macht Anne-Kathrin Klemm im Gespräch auf dem Hauptstadtkongress 2026 deutlich: Gesunde Arbeit beginnt nicht erst im Betrieb, sondern schon in Kita und Schule. Nur wer gesund ins Erwerbsleben startet, kann seine Arbeitskraft langfristig erhalten.

Im Unternehmen selbst sieht Klemm einen besonders großen Hebel für Prävention: Betriebliche Gesundheitsförderung erreiche nahezu alle Versichertengruppen – auch jene, die klassische Angebote sonst kaum nutzen.Bemerkenswert: Anders als bei Prävention allgemein, die eher von Frauen genutztwird, sind es bei betrieblichen Angeboten zu 60 Prozent Männer, die sonst als"Präventionsmuffel" gelten.

Deutlich wird Klemm bei der Finanzierung der gesetzlichenKrankenversicherung: Die Ausgabendynamik übersteige die Einnahmen massiv, alle93 Krankenkassen stünden unter Druck. Sie fordert von der Politik einen höheren,statt gekürzten Bundeszuschuss für Bürgergeldbeziehende sowie längstüberfällige Strukturreformen. Vor allem aber brauche es mehr Prävention imSystem – etwa durch Schulgesundheitsfachkräfte und eine stärkere Einbindung vonWerks- und Betriebsmedizinern.

Ihr Appell zum Schluss: Der Bund müsse finanzielleVerantwortung übernehmen, Strukturreformen anstoßen und die Digitalisierungnutzen, um Versorgung zu beschleunigen und Ärztinnen und Ärzte zu entlasten. ImStreit um das aktuelle Sparpaket mahnt Klemm alle Akteure zur Vernunft –gebraucht werde ein gemeinsames Ziehen an einem Strang.


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