3 Fragen an...

Dr. med. Perter Bertke ist Leiter des Business Development der Hirslanden Klinik St. Anna in Luzern. Er ist Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Nephrologie FMH. Er ist seit 15 Jahren im Schweizer Klinikwesen tätig. 

Dr. med. Martin Nufer ist Direktor der Hirslanden Klinik St. Anna in Luzern. Er ist Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH und Notfallmedizin SGNOR und verfügt über eine mehr als 25-jährige klinische Berufserfahrung. 

Zusammen haben sie Performance-Steigerung Krankenhaus verfasst.


1. Sie haben in der Hirslanden Klinik St.- Anna in Luzern, Schweiz, ein Konzept zur Performance-Steigerung entwickelt und umgesetzt, welches Sie im vorliegenden Buch vorstellen. Was macht diese Methode im Kern aus?

In Krankenhäusern gibt es oft eine unausgesprochene Zweiteilung der Aufgaben. Ärzte, Pflegende und Therapeuten kümmern sich um die Patientenversorgung, das Management um die Verwaltung. Die Kosten werden aber zu einem relevanten Teil durch die Ärzteschaft ausgelöst. Entsprechend muss man auch bei der Leistungserbringung am Patienten systematisch den sorgfältigen Umgang mit den Mitteln fordern. In unserem Buch beschreiben wir anhand von vielen konkreten Beispielen, wie dies gemacht werden kann, ohne dass die Qualität der Behandlung eingeschränkt wird.

2. Lässt sich diese Methode auch problemlos auf Krankenhäuser im deutschen Gesundheitswesen übertragen? 

Unsere Methode beschäftigt sich mit der ganz konkreten Umsetzung einer effizienten Leistungserbringung am Patienten ohne Einschränkung der Behandlungsqualität. Dies ist selbst verständlich überall anzustreben, sinnvoll und anwendbar, unabhängig von Struktur und Organisation einzelner Gesundheitssysteme in anderen Ländern. 

3. Als Mediziner, die nun im Management tätig sind: Was ist Ihrer Ansicht die größte Herausforderung in der Verknüpfung der beiden Welten „Management“ und „medizinisch-wissenschaftliche Praxis“?

Das medizinische Personal verbringt viele Jahre in Aus- und Weiterbildung, bei welcher es praktisch ausschließlich darum geht, medizinisches Fachwissen zu sammeln und richtig anzuwenden. Die medizinisch gute Betreuung steht weit entfernt über allen anderen Aufgaben, die in einer Klinik auch noch wichtig wären. Aspekte wie beispielsweise Führung, Projektmanagement, Konfliktmanagement oder eben Wirtschaftlichkeit nehmen in diesen Berufskarrieren immer nur eine untergeordnete Bedeutung ein - falls überhaupt. Entsprechend muss man die ärztlichen Führungspersonen, die allermeist aufgrund ihrer medizinisch-fachlichen Fähigkeiten Führungspersonen geworden sind, erst an diese Themen heranführen. Dabei gilt es, den Transfer von der Theorie in die Praxis gut zu vollziehen, was mit der Unterstützung von „Peers“ sicher einfacher zu vollziehen ist.

Peter Berkte und Martin Nufer zeigen in Performance-Steigerung Krankenhaus aus ihrer Managementpraxis heraus, mit welchen Werkzeugen die Klinikmitarbeiter in ihrer unmittelbaren Tätigkeit am Patienten die Leistungsfähigkeit in ihrem Arbeitsbereich steigern können – ohne Einbußen, ja sogar mit Steigerung von Behandlungsqualität und Arbeitszufriedenheit.


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